ZKM

Medienbildung -früh beginnen!

Thorsten Belzer besuchte heute die zentrale Veranstaltung der MedienKompetenztage im ZKM in Karlsruhe.
Kann man so einen Tag in einem Blogbeitrag dokumentieren? Ein Versuch:

Spannende Ansätze zur Lösung von „Medienwunschproblemen“ – ich will ein Nintendo (5jähriges Mädchen) -lieferte Prof. Dr. Norbert Neuss.
Mit weiteren bildhaften Beispielen (z. B. Eine Zeichnung eines Kindes -ich als Herrscher im Kinderzimmer- zeigte parallelen zu vielen medialen Helden. Interessant war, dass er in seinem
Vortrag auch konkrete Empfehlungen für die Politik in BaWü gab. Leider wahren viele Folie und Studien sehr veraltet. (zum Teil von 2003)

Neben vielen bekannten Projekten und Institutionen (LMZ, ZKM,…) gab es für mich neues zu entdecken, zum Beispiel das Projekt -Biber- eine Platform als Netzwerk der frühkindlichen Bildung und den Verein -Blickwechsel-

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Impulse, die ich mitgenommen habe:
Medien zur Wahrnehmungsfokusierung benutzen.
Medien als Sprachanlass benutzen (Impuls)
Medien als Erzähl und Erinnerungshilfe nutzen.
Medienerlebnisse müssen verarbeitet werden. (zeichnen, sprechen)
Kinder verarbeiten die Erlebnisse anders- der Tot eines Kaninchens kann tiefer gehen als ein Horrorfilm

Es folgten diverse Projektvorstellungen:

Medienwerkstatt: Kindergarten:

Vom konsumieren zum gestalten!
-Plakate abkleben
-Dias ritzen
Wunsch:
Die kritische Forderung nach mehr Umsetzungen und mehr Personal im Bereich Medien (und nicht so vielen Tagungen) war kritisch, aber an der richtigen stelle verortet.

Kinomobil:
Multiplikatorenschulung, Trick in der KiTa und Schule.
Kommt mit „Kino“ vorbei, macht genau wie mexmobil.de verschiedene Trickfilm Projekte in den Ferien und in den Schulen.
Wunsch:
Die Luftballone des
Kindermedienlandes sollen nicht platzen.

Ohrenspitzer:
Thomas Herbst
Nach 2 Jahren Projekt hat es über die betreuenden LehrerIn hinaus keine Wirkung gegeben.
Die Idee, Hörspiele und hör-Spiele zu betreiben wird weiterbetrieben.
Stille als Motor für die Hörarbeit.
Wunsch:
Hörkompetenz soll genau so wichtige Ebene wie die anderen Kompetenzen (sprechen, schreiben, lesen…) erreichen.

„Zeit ist der beste Pädagoge“ Thorsten Belzer

Prof. Niesyto prangert die wenigen Ressourcen an, die Medienpädagogen zur Verfügung haben.
Es sollen weiterhin viele praktische Workshops im Studium stattfinden. Fehlende Ressourcen erschweren die Arbeit. Er vermittelt im Studium das „Netzwerk um medienpädagogisch zu arbeiten“.
Praxistipp: beobachten, die Lebenswelt anschauen, was machen die Kinder:
Dann: der pädagogische Zeigefinger soll durch die Erfahrungen und Kompetenzen der Kinder ersetzt werden. Reflektion über das praktische tun Eingang bringen.
Wunsch:
Projekte weiterhin zum ausprobieren nutzen, aber vieles steht auf dem Papier und die Umsetzung muss stattfinden.
Medienbildung in den Bildungsplanung.
Focus auf die Nachhaltigkeit setzen.
Endlich verbindliche Medienbildung in der Ausbildung.

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Workshop: ohrenspitzer

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Thema: Gefühle!

Widersteh in die Lage der Kinder versetzt und dürfen spielen!
Kurze Einführung in Mikrofonierung und technische Zusammensetzung.
USB Mikro für Sprache ausreichend (60,-), kostenlose Software ausreichend, gute Boxen nötig (120,-)

Praxisteil:
Impulse kommen zu uns Teilnehmern in Form von Ergebnissen aus den Projekten.
Prozessorientierung wird herausgestellt. Produkt soll aber präsentiert werden.
Mir stellt dich immer wieder die Frage, ab wann es Sinn macht, im Medienbereich auf Ergebnisse undprasentationen hin zu arbeiten. Meine Empfehlung ist: niemals beim ersten mal. Sowohl die Kinder, als auch die Erzieher/Lehrer sollten schon mal etwas gemacht haben, bevor auf ein Ergebnis (Abschlussfeier o.ä) produziert wird.

Zuerst werden Fotos der Teilnehmer gemacht, diese sollen, auf Kärtchen stehende Gefühle darstellen. Hinweis: das sprechen über Gefühle, über Situationen soll stattfinden, nicht nur Fotos machen.

Nun findet eine Runde „da hinten kommt frau Maier“ statt.
Teilnehmer sprechen diesen Satz ein.
Lebendige Diskussion über die Wirkung der Sätze findet statt.
Auch ein Gefühlserätsel wird so schnell eingebaut: Teilnehmer spricht und sagt vorher nicht, welches Gefühl.
Toll: die Einführung bringt -nebenher- die Bedienung des Programms Audacity näher. Immer wieder wird eingeprochen, immer wieder die wichtigsten Software Schritte wiederholt.

Wir laden dann unser Gruppenfoto in Powerpoint und umrahmen eine Person mit -Linien -Skizze
Dann rechts und Aktionseinstellung -mouseover- anderer Sound.
Und diesen Schritt bei allen Personen wiederholen.
Ein simples, aber deutlich prozessorientiertes medienprojekt.

Bei der Arbeit:
Dr. Ida Pöttinger (links), bei ihr durfte ich vor 6 Jahren mein erstes medienpädagogisches Projekt durchführen.

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Nach diesen Impressionen aus der aktuellen ZKM Austellung war esei entspannter spannender Tag.

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